Hochdruckreinigung und Behandlung vor Ort: eine 2-in-1-Lösung für dieses verschmutzte Regenrückhaltebecken

Auf einem Industriegelände für die Verwertung von Schrott und Metallen in der Nähe von Bourges hatten sich in einem seit mehreren Jahren nicht mehr gewarteten Regenrückhaltebecken fast 400 m³ Schlamm angesammelt, der mit Blei, Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen belastet war. Um diese Herausforderung, die sowohl die Sanierung als auch die Dekontaminierung umfasste, zu bewältigen, hat die Séché Environnement-Gruppe zwei ihrer sich ergänzenden Tochtergesellschaften mobilisiert: Séché Assainissement und Séché Eco Services.
Ein außer Betrieb befindliches Rückhaltebecken – die Einhaltung der Vorschriften steht auf dem Spiel
Unser Kunde betreibt einen weitläufigen Industriestandort, der auf die Rückgewinnung, Verwertung und Zerkleinerung von Schrott und Metallen spezialisiert ist. Wie an allen Standorten dieser Art wird das Regenwasser gesammelt, vorübergehend gespeichert und behandelt, bevor es in die Natur abgeleitet wird. Genau das ist die Aufgabe des Regenrückhaltebeckens: ein Rückhaltebauwerk, das insbesondere bei Starkregen als Puffer zwischen dem Wasser des Standorts und der Kläranlage dient.
Um seine Funktion ordnungsgemäß zu erfüllen, muss eine solche Anlage regelmäßig gewartet werden; an diesem kürzlich von unserem Kunden erworbenen Standort war das Becken jedoch seit mehreren Jahren nicht mehr gereinigt worden. Die Folge: Eine fortschreitende Sedimentation hatte zur Ansammlung einer beträchtlichen Schlammmenge am Grund des Bauwerks geführt, wodurch dieses nach und nach funktionsunfähig wurde.
Die Herausforderungen waren vielfältig :
- funktionale Herausforderungen: Ein verschmutztes Becken kann bei Starkregenereignissen nicht mehr die erforderlichen Wassermengen speichern, was den ordnungsgemäßen Betrieb der gesamten Aufbereitungskette beeinträchtigt ;
- ökologische und behördliche: Der angesammelte, stark mit Schadstoffen belastete Schlamm stellte ein direktes Risiko für die Qualität des durch das Bauwerk fließenden Wassers dar ;
- bauliche Probleme: Eine zu hohe Sedimentablagerung kann die Abdichtungsmembran des Beckens beschädigen, was zu Reparaturkosten führt, die weit über denen einer regelmäßigen vorbeugenden Wartung liegen.
Sanierung und Behandlung vor Ort: eine maßgeschneiderte Synergie zwischen zwei Fachgebieten der Gruppe
Angesichts des Umfangs der Baustelle und der besonderen Beschaffenheit des Schlamms – der mit Blei, Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen kontaminiert war – kam es nicht in Frage, sich auf ein einfaches Abpumpen und den Abtransport per Tankwagen zu beschränken. Ein solcher Ansatz hätte etwa zwanzig Lkw-Fahrten erfordert, um 400 m³ Flüssigschlamm abzutransportieren, ganz zu schweigen von den Kosten für die externe Aufbereitung.
Die Lösung der Séché Environnement-Gruppe beruhte daher auf dem gleichzeitigen Einsatz zweier Tochtergesellschaften mit sich ergänzenden Kompetenzen: Séché Assainissement, Experte für Hochdruckreinigung und industrielle Reinigung, sowie Séché Eco Services, Spezialist für mobile Anlagen zur Aufbereitung von Industrieabwässern und zur Entsorgung von kontaminiertem Schlamm. Gemeinsam haben sie direkt am Standort des Kunden eine komplette Aufbereitungskette in Betrieb genommen.
Schritt 1 – Abpumpen des Schlamms
Der Prozess beginnt mit dem Abpumpen des am Beckenboden abgelagerten Schlamms. Sobald der Großteil des Volumens abgepumpt ist, übernehmen die Hochdruckreinigungsfahrzeuge von Séché Assainissement: Sie saugen den restlichen Schlamm ab und befördern ihn zur Aufbereitungsanlage. Das ist das Kerngeschäft der industriellen Abwasserentsorgung: den Einsatz geeigneter Geräte, um den Schlamm zu entfernen, ohne das Bauwerk zu beschädigen.
Schritt 2 – Rechenreinigung
Am Ausgang der Pumpen durchläuft der Schlamm eine Trommelsiebmaschine, ein rotierendes mechanisches Sieb, das alle größeren Fremdkörper – Metall-, Kunststoff- und Holzstücke sowie Kieselsteine – auffängt, die die nachgeschalteten Anlagen beschädigen könnten.
Schritt 3 – Flockung
Der vorgesiebte Schlamm wird anschließend in dichten Behältern unter Rühren gehalten, wo ein Flockungsmittel (Polymer) hinzugefügt wird. Dieses chemische Reagenz bewirkt die Aggregation der feinen Schwebeteilchen, die dadurch schwerere „Flocken“ bilden, welche auf natürliche Weise auf den Boden sinken. Diese Fest-Flüssig-Trennung ist die Voraussetzung für eine effiziente Entwässerung in der Filterpresse. Das Wasser wird hingegen zum Abscheider der Anlage und anschließend zur dortigen Kläranlage geleitet.
Schritt 4 – Filterpresse
Als echtes Herzstück der Anlage von Séché Eco Services presst die Filterpresse den ausgeflockten Schlamm mechanisch zusammen, um möglichst viel Wasser daraus zu entfernen. Am Einlauf enthält der Schlamm etwa 90 % Wasser. Nach dem Durchlaufen der Filterpresse erhält man entwässerte Schlammkuchen, die kaum mehr als 30 % Restwasser enthalten. Das gefilterte Wasser wird ebenfalls zu den Aufbereitungsanlagen des Standorts geleitet. Dieses doppelte Ergebnis – eine massive Reduzierung des zu entsorgenden Abfallvolumens und die Verwertung des aufbereiteten Wassers – ist der größte Vorteil der Vor-Ort-Behandlung.
Schritt 5 – Abtransport des entwässerten Schlamms
Die aus der Filterpresse stammenden Schlammkuchen werden zur Entsorgung in Müllcontainer verladen. Dank der Entwässerung konnten die 400 m³ Schlamm auf nur 6 bis 7 Mulden mit festen Abfällen reduziert werden. Aufgrund des Vorhandenseins von Blei werden diese zu einer Deponie der Klasse 1 transportiert, die auf gefährliche Abfälle spezialisiert ist.
Schritt 6 – Hochdruckreinigung des Beckens
Nachdem der Großteil des Schlamms entfernt und das Becken entleert worden war, führten die Teams von Séché Assainissement eine Hochdruckreinigung der Wände und des Bodens des Bauwerks durch. Die Hochdruckreinigungsfahrzeuge, die mit Hochdruckanlagen sowie Lanzen und rotierenden Düsen ausgestattet sind, lösen die an der Membran und den Innenflächen des Beckens festsitzenden Restablagerungen. Dieser letzte Schritt gewährleistet, dass das Bauwerk dem Kunden in einem optimal sauberen Zustand zurückgegeben wird und bereit ist, seine Funktion der Rückhaltung und Vorbehandlung von Abwässern wieder aufzunehmen.
Blei – ein nicht zu unterschätzendes Risiko
Da die Analysen das Vorhandensein von Blei im Schlamm ergeben hatten, widmete die Abteilung für Qualität, Sicherheit und Umwelt (QSE) der Gruppe dieser Baustelle besondere Aufmerksamkeit.
Vorabbesichtigung mit dem Vertriebsteam und den Betreibern, Erstellung einer Risikoanalyse, Festlegung eines spezifischen Präventionsplans… Die bei Séché Environnement systematisch angewandte methodische Sorgfalt ermöglichte es, die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten, ohne den Zeitplan der Baustelle zu beeinträchtigen:
- Sensoren wurden in der unmittelbaren Umgebung der Baustelle installiert und in die persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Mitarbeiter integriert, um die Expositionswerte während der gesamten Dauer der Arbeiten kontinuierlich zu überwachen.
- Belüftete Atemschutzmasken mit speziellen Filterpatronen wurden für die im Beckeninneren tätigen Mitarbeiter zur Pflicht gemacht, und es wurden ausschließlich Mitarbeiter eingesetzt, die zuvor im Umgang mit dieser Art von Ausrüstung geschult worden waren.
- Bei jedem Dienstantritt wurden Schulungen zur Sensibilisierung für die mit Blei verbundenen Risiken und die auf der Baustelle zu befolgenden spezifischen Arbeitsabläufe durchgeführt.
- Die Verbringung des entwässerten Schlamms zu einer Deponie für gefährliche Abfälle, die ursprünglich nicht im Auftrag vorgesehen war, wurde rasch in die Leistungserbringung integriert.
Das Ergebnis: ein wieder betriebsbereites Regenrückhaltebecken, ein um zwei Drittel reduzierter logistischer Fußabdruck
Nach drei Wochen Bauzeit hat das Regenrückhaltebecken seine volle Funktionsfähigkeit wiedererlangt, und die Bilanz ist in jeder Hinsicht positiv :
- Wirtschaftlich: Die Entwässerung vor Ort hat die Transport- und Endentsorgungskosten für die Abfälle erheblich gesenkt und gleichzeitig die Belästigungen durch den Lkw-Verkehr auf dem Gelände des Kunden begrenzt.
- Umwelt: Durch die Behandlung vor Ort konnten der Transport gefährlicher Abfälle auf der Straße minimiert und ordnungsgemäß aufbereitete Schlämme einer geeigneten Entsorgungsstelle zugeführt werden.
- Gesundheit und Vorschriften: Dank des eingeführten Präventionsprotokolls konnte die Bleibelastung der Mitarbeiter während der gesamten Bauphase ohne Zwischenfälle unter Kontrolle gehalten werden.
- Betrieblich: Der Kunde verfügt nun über ein voll funktionsfähiges Regenrückhaltebecken, das seine Aufgabe der Rückhaltung und Vorbehandlung von Industrieabwässern erfüllen kann.
Durch die gemeinsame Nutzung der Kompetenzen von Séché Assainissement und Séché Eco Services konnte die Séché Environnement-Gruppe eine integrierte Lösung anbieten, die leistungsfähiger und wirtschaftlicher ist. Synergien im Dienste der Kunden, die zum Schutz der Umwelt beitragen.
Unsere Lösungen in Aktion
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Frontignan-la-Peyrade: Abschluss der Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Raffinerie



